Der Wasserturm und die Kehrtwende der GAL

Im April 2000 - beinahe 10 Jahre nach dem Verkauf des Turms - werden die alten Hotelpläne noch einmal hervorgeholt. Dabei wird der Stadtteil von der GAL regelrecht verraten: Die GAL (Eimsbüttel), die vor der Bürgerschaftswahl im September 1997 noch nicht regierte, warb mit dem Wasserturm ("Zurück an Absender - dieser Turm gehört allen!") für ihre Wahl. Sie sprach sich gegen eine rein kommerzielle Nutzung aus. Nun jedoch, rot-grün, die Kehrtwende: Am 8. Mai 2000 stellt die GAL im Kerngebietsausschuß Eimsbüttel den Antrag, den Turm zu einem Hotel umzubauen! Er wurde von Solange Lipprandt und Fraktion unterzeichnet und begeistert von SPD und CDU angenommen. Zur aktuellen Viertelstunde, in der Bürgerinnen und Bürger Fragen an den Kerngebietsausschuß stellen können, war Solange Lipprandt nicht einmal anwesend. Sie kam jedoch rechtzeitig zur Abstimmung...

In dem Antrag heißt es weiter, "der Bezirksamtsleiter werde gebeten sicherzustellen, daß dieses und alle weiteren Bauprojekte im Umfeld ... die Verkehrs- und Umweltbelastung des Wohnquartiers nicht vergrößern". Es stellt sich die Frage, wie die GAL diese "Umweltbitte" umzusetzen gedenkt - angesichts der Messeerweiterung im Schanzen- und Karo4tel mutet dieser Satz eher an wie ein schlechter Scherz. Und was ist mit den zwei Millionen Mark für soziale Projekte im Viertel? Wahrscheinlich gibt es die jetzt auch nicht mehr.