Die Geschichte des Hamburger Wasserturms im Sternschanzenpark
Sternstraße Die ersten drei Wassertürme Hamburgs mit Hochbehältern wurden im Zuge des Umbaus der Wasserversorgung um 1900 gebaut: der Sternschanzenturm, der Wasserturm auf der Uhlenhorst ("Waisenturm") und der im Stadtpark. Der Versorgungsumbau hatte folgende Ziele:
  • Verstärkte Grundwassersuche. Das erste Gundwasserwerk Billbrook hatte gezeigt, daß sich durch vermehrte Grundwasserverwendung eine Verbesserung der Trinkwasserqualität erreichen ließ (das Elbwasser schmeckte besonders im Sommer etwas faulig).

  • Der übermäßigen Wasserverschwendung sollte Einhalt geboten werden (im Winter zum Beispiel ließ man das Wasser ständig laufen, damit die Leitung nicht einfror). Das Wasser sollte nicht mehr nach einem Pauschalpreis abgerechnet werden, sondern nach dem tatsächlichen Verbrauch. Voraussetzung hierfür war die zwangsweise Einführung von Wasserzählern.

  • Die Hausbehälter , die sich nicht nur während der Cholera-Epedemie 1892 als hygienische Miseren erwiesen hatten, sollten abgeschafft und durch eine ununterbrochene Wasserversorgung in den beiden damaligen Hoch- und Niederdruckgebieten ersetzt werden, die bis dahin nicht gewährleistet war.

Für den Bau der drei Wassertürme wurde ein allgemeiner Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Für den Sternschanzenturm gingen 135 und damit die meisten Entwürfe ein. Er wurde schließlich nach dem Entwurf des Hamburger Architekten Wilhelm Schwarz von der Stadtwasserkunst (die Vorgängerin der Hamburger Wasserwerke) gebaut, der den dritten Preis erhalten hatte. Die mit dem ersten und zweiten Preis bedachten Entwürfe waren in ihrer Durchführung zu kostenaufwendig.

Der Wasserturm Sternschanze wurde in den alten seit ca. 1860 bestehenden Erdbehälter hineingebaut und 1910 in Betrieb genommen. Er enthält je einen Stahlbehälter von 2.350 m3 für die Hoch- und Niederzone und den alten Tiefbehälter von 7.000 m3 und funktionierte so:

Nachts (bei geringem Wasserverbrauch) floß das Wasser vom mittleren Behälter durch eine Falleitung zum Tiefbehälter und trieb mittels einer in die Leitung eingebaute Turbine eine Pumpe. Diese förderte Wasser, welches ihr aus dem Rohrnetz zufloß, durch eine Steigeleitung in den oberen Behälter.

Tagsüber (bei großem Wasserverbrauch) floß das Wasser vom oberen Behälter durch eine Falleitung zum mittleren Behälter und von diesem aus ins Leitungsnetz. Elektrisch betriebene Kreiselpumpen förderten außerdem aus dem Tiefbehälter Wasser direkt ins Leitungsnetz.

Nach 1945 wurde der Betrieb des Wasserturms wieder aufgenommen; er war allerdings nicht mehr lohnend, da die technischen Einrichtungen unter anderem wegen Bombenschäden nicht mehr zuverlässig waren.

1956 endet die Geschichte der Versorgung, das Wasser wird nun mit Pumpen in die Wohnungen befördert. Die Hamburger Wasserwerke nutzen den Turm als Lager für ihre Akten und vermieten Räumlichkeiten u. a. als Lager für Kulissen der Staatsoper.

Später befaßt sich der von der Bezirksversammlung Eimsbüttel eingesetzte "Koordinierungsausschuß Wasserturm" mit der künftigen Nutzung. Den Hamburger Wasserwerken ist die Unterhaltung des Turmes zu teuer, sie wollen die ca. DM 50.000,00 im Jahr für Dachreparaturen nicht zahlen und schon gar nicht 1 Mio. Mark für eine Dachsanierung. Während Pläne für die künftige Nutzung ent- und verworfen werden (1987 z. B. plante Radio 107, seine neue Radiostation im Wasserturm zu installieren), rottet der Turm vor sich hin.

Am 25. Juni 1990 stimmt der Bezirk Eimsbüttel dem Verkauf des Turms an den Münchner Architekten und Investor Storr zu...

Der Münchner Architekt und Investor Storr

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