Projekte rund um's Heiligengeistfeld

Unvollständige Liste von neuen, im Bau befindlichen oder geplanten bzw. bestehenden, sich weiter entwickelnden verkehrsrelevanten Bauprojekten/Objekten. Die Projekte mit ihren unterschiedlich starken Auswirkungen auf die Umgebung sind nach unserem Kenntnisstand vom Februar 2002 zusammengetragen.
 

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Akut:
Hotelneubauten zwischen Messe und Schanze:

  • Dorint Neubau Rentzelstraße
  • Neue Spekulationen um den Wasserturm im Schanzenpark (2)

Trotz der geringen Auslastung der Hamburger Hotels im Jahre 2001 (durchschnittlich 60%) ist das Umfeld der Hamburg Messe offensichtlich ein attraktiver Standort für neue Hotelbauten. Der hohe Turm des neuen Dorint-Hotels an der Ecke Rentzelstraße/Schröderstiftstraße steht kurz vor der Fertigstellung und wirft seine langen Schatten auf die dahinter liegenden Wohnhäuser. Auch E. J. Storr (Eigentümer des Wasserturms) sieht offenbar wieder Chancen für sein bereits totgesagtes Hotelprojekt im Schanzenpark. Anfang Februar wurde in einigen Medien wieder einmal ein neues "schickes" Design vorgestellt.

RIP:

  • Reeperbahn-Grundstücke (17, 21, 23):
    Diese Bauprojekte sind zu Spekulationsobjekten geworden. Akut findet keine Umsetzung der Bauvorhaben statt.
Die Karte gibt es auch vergrößert (224 KB),
die einzelnen Punkte lassen sich dort jedoch nicht anklicken

 

  1. Messeerweiterung
    Nach einem intensiven "Beteiligungsverfahren" für die umgebenden Quartiere im Jahr 2000 trat im Jahr 2001 erst einmal das behördentypische Schweigen ein. Lediglich die Ausschüsse der Bürgerschaft setzten - ohne ausdrückliche Beteiligung der Öffentlichkeit - ihre Beratungen über das Vorhaben fort. Am 27. Juni 2001 wurde die letzte Drucksache "Weiterentwicklung der Hamburg-Messe - Planerisch/bauliches Konzept (Sentasvorlage)" von der Bürgerschaft
    an ihre Ausschüsse für Wirtschaft bzw. Stadtentwicklung überwiesen. Diese gaben ihre Stellungnahme gegenüber dem rot-grünen Senat noch vor der parlamentarischen Somemrpause 2001 ab. Rechtzeitig vor den Wahlen wurde Anfang September die Ausschreibung für den InvestorInnen-Wettbewerb veröffentlicht. Die Bewerbungsfrist endete am 31.01.2002. Im Verlauf des Wettbewerbs und auch bis Mitte Februar wurden den AnwohnerInnen in den umgebenden Quartieren keine aktuellen Informationen zugänglich gemacht.
    "Historische" Hintergrund-Infos gibt es hier.

  2. Wasserturm Sternschanze
    Das Projekt Imax-3D-Erlebniskino mit ca. 1 Mio BesucherInnen jährlich ist gescheitert, doch nicht genug mit der Messeerweiterung im Schanzen- und Karo4tel: jetzt sollen die alten Hotel-Pläne wieder aufleben. Ausgerechnet die GAL, die vor der Bürgerschaftswahl im September 1997 gegen eine rein kommerzielle Nutzung war, den Turm sogar als Objekt ihrer Wahlwerbung nutzte ("Zurück an Absender - dieser Turm gehört allen"), stellte im April 2000 den Antrag, ihn zu einem Hotel umzubauen. Gleichzeitig stimmt sie dem Bau eines zehngeschössigen Dorint-Hotels (vier Geschosse mehr als dort üblich) unmittelbar in der Nähe des Wasserturms (Ecke Rentzelstraße/Schröderstifstraße zu. Die anfangs festgeschriebene 50-%ige öffentliche Nutzung des Wasserturms wird eiskalt ignoriert, ebenso die bereits zahlreich vorliegenden Ideen der AnwohnerInnen für eine stadtteilverträgliche Nutzung. EigentümerInnen: Herr und Frau Storr, München. Weitere Infos gibt es hier.
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  3. Wohn- und Gewerbeneubauten Ecke Altonaer Straße/Schulterblatt und entlang der Max-Brauer-Allee ("Max 1" und "Max 2")
    sind im Rahmen der Voruntersuchungen bzw. der Sanierung nördliches Schanzenviertel vorgesehen. Geplant ist eine Quartiersgarage für das Gebiet Schulterblatt, ohne die Kapazitäten in bereits vorhandenen Tiefgaragen auszunutzen.

  4. Laue-Gelände, jetzt "Sternquadrant" genannt, im Quaree Lagerstraße/Kampstraße/Schanzenstraße
    U.a. wurde der Parkplatz Ecke Ludwigstraße/Schanzenstraße bebaut, der Gehweg gegenüber der Schule wurde mit Arkaden überbaut.
    1. Bestehende Wohnhäuser sind vom Abriss bedroht. Die BewohnerInnen wehren sich heftig und gemeinsam - leider nur zum Teil mit Erfolg
    2. Gewerbe, z.T. bereits in Betrieb, z.T. noch nicht gebaut (Aufwertung!)
    3. Das geplante Kino 4001 wurde nicht realisiert. Statt dessen wurden Büros für die quartierstypischen Unternehmen aus dem Multimedia-Bereich errichtet... und stehen vorraussichtlich leer!
    4. Sitz der InvestorInnen bzw. der ProjektentwicklerInnen/ArchitektInnen (u.a. Nugent & Lange in der ehemaligen Piano-Fabrik (Steinway))

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  5. Gewerbehof Schulterblatt 58 (in Betrieb)
    "Hochwertiges" Gewerbe: Medien, Film, Architektur. Die sich stetig verschlechternde Grundversorgung im gesamten Quartier schreitet hingegen weiter voran.
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  6. Rote Flora (seit Jahren in Betrieb)
    Hier wird seit Jahren wichtige ehrenamtliche Arbeit mit dem und für den Stadtteil geleistet. Die Nutzung als Stadtteil- und Kulturzentrum ist jedoch immer noch nicht anerkannt und abgesichert... Die Organisation des Stadtteilfestes 1999 zum 10-jährigen Bestehen der Roten Flora wurde von PolitikerInnen (Rädelsführer in der SPD Hamburg-Mitte) massiv behindert. Dieses Verhalten ist charakteristisch für den schwelenden Konflikt zwischen selbstorganisierter quartiersbezogener Arbeit und der Ignoranz der meinungsbeherrschenden politischen Gruppen im Bezirk Hamburg-Mitte. Dabei stört das Stadtteilzentrum Rote Flora (den Konsum)! Immerhin werden die Aufforderung einiger Biedermänner aus dem Bezirk Mitte, die Rote Flora "am besten gleich abzufackeln", nicht einmal in ihren Landesparteien Ernst genommen. Am 20. März 2001 wurde die Rote Flora an den Immobilien-Menschen Kretschmer verkauft, der auch im Besitz der Riverkasematten, der alten Polizeiwache am Dammtor und des alten Katasteramtes in Altona ist. Die Verträge stammen aus dem Notariat Voscherau, wie auch der Vertrag über den Verkauf des Wasserturms im Schanzenpark. (siehe Punkt 2). Die Stellungnahme der Floristen zum Verkauf gibt es auf deren Webseiten.
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  7. Fleischgroßmarkt/Schlachthof:
    Lagerstraße/Sternstraße

    Die Regelung des LKW-Verkehrs wurde durch Hinweisschilder verbessert. Fraglich ist jedoch, wie der LKW-Verkehr nach Erweiterung der Hamburg-Messe den Schlachthof erreichen soll - möglicherweise wird er durch die angrenzenden Wohngebiete führen. Der geplante neue Verlauf der Lagerstraße von der Karolinenstraße aus ähnelt eher einer Slalom-Strecke, so dass viele Trucker die westliche Zufahrt durch das Schanzenviertel bevorzugen werden.

  8. Conti-Markt (Wal*Mart): Neuer Kamp/Budapesterstraße (in Betrieb)
    Die bestehenden Pachtverträge enden in wenigen Jahren. Ob und wann eine Verlängerung der Verträge beschlossen wird, erscheint recht unsicher, denn nach Wegfall der Mietpreisbindung für das Sanierungsgebiet/Aufhebung der Sanierungsverordnung sind Flächen und Gebäude möglicherweise für eine "höherwertige" Nutzung attraktiv.

    Großes Stellplatzangebot, das bei verbessertem Parkraummanagement durchaus den Bau weiterer Stellplätze überflüssig machen könnte.
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  9. Schilleroper: Lerchenstraße/Schilleroper
    Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Es wurde in Form einer Zirkus-Manege als Rundbau errichtet und anfänglich auch entsprechend genutzt. Es folgten zahlreiche andere Nutzungen wie Theater, Varieté und Wohnunterkunft. Wurde auch schon als möglicher Imax-Kino-Standort genannt. Weitere Planungen werden im Moment nicht realisert werden können, da die Baubehörde Widerspruch gegen die aktuelle Konzeption (Veranstalungszentrum und Büros) eingelegt hat.
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  10. Alte Rinderschlachthalle Neuer Kamp/Feldstraße
    Aus dem Vorhaben "Stadtteilzentrum" wurde ein Kommerzzentrum mit Existenzgründeretage, Schlumper MalerInnen und einem mehr oder weniger "öffentlichen" Durchgang (nachts häufig nur noch für VeranstaltungsbesucherInnen zugänglich). Neben dem erhöhten Verkehrsaufkommen durch die Veranstaltungen im Neuen Schlachthof nervt auch der Lärm zahlreicher Musikveranstaltungen in dem technisch dafür kaum geeigneten Gebäude die AnwohnerInnen. Zu allem Überfluss wird die Wiese neben dem Gebäude von den VeranstalterInnen als Parkplatz genutzt und damit weiter zerstört.
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  11. "Schicker" Umbau des St. Pauli-Stadions
    Erhöhung der Sitz- und Stehplatzzahlen von 20.000 auf bis zu 36.000. Befürchtung: Neues autonutzendes Klientel aus einem großen Einzugsbereich wird angezogen (mehr Verkehr!). Man spekuliert auf auf die Tiefgarage am Feldeck, die im Zuge der Messeerweiterung im Gespräch war. Die UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) und ein Verkehrsgutachten können in der Geschäftsstelle des FC St. Pauli angefordert werden. Im Herbst 2001 wurden neue Pläne für das Stadion und eine umfangreiche "Mantelbebauung" - (u.a. ein 16-geschossiger Büroturm für den Sponsor Securvita) präsentiert. Inzwischen ist das Interesse von Securvita schon wieder erloschen.
    Bilder vom neuen Stadion

  12. Parken auf der Glacischaussee
    Die Glacischaussee wird an Dom-Wochenenden und bei großen Messen gesperrt und als Stellplatzanlage bewirtschaftet (ca. 800 Stellplätze). Es gab Pläne, sie Rahmen der Messeerweiterung/-verlagerung mit einer Tiefgarage von über 4.000 Stellplätzen achtgeschossig zu unterkellern. Die Absurdität dieser Planung ist inzwischen auch dem Senat aufgegangen. Jetzt denkt man an eine Tiefgarage mit 1.500 Stellplätzen unter dem Feldeck und Teilen des nördlichen Heiligengeistfeldes (s. Punkt 30).

  13. Neuer, bereits maroder U-Bahn-Ausgang (U3) St. Pauli
    Die enorm hohen Baukosten von über 7 Mio. DM wurden unter anderem dadurch verursacht, daß beim Deckendurchbruch die ohnehin recht geringe Stabilität des Tunnels weiter beeinträchtigt wurde. ÖPNV-freundliche Maßnahme, allerdings eine Bebauung des Heiligengeistfeldes

  14. Neubauten auf dem Gelände der Eisengießerei
    Im Gebiet Simon-von-Utrecht-Straße/Clemens-Schulz-Straße/Budapester Straße
    Völliger Umbau der stadtgeschichtlich interessanten Eisengießerei! Die Fassade und die Halle sollen zwar erhalten bleiben, das gesamte Erscheinungsbild wird jedoch durch eine vollständige Um- und Überbauung der alten Substanz grundlegend verändert. Übrig bleibt nur die Klinkerfassade, umrahmt von einer Glasfassade (Passepartout). Es sollen Neubauten mit Büros, Restaurants und einigen Loftwohnungen für das gehobene Designer-Medien-Klientel gebaut werden. Außerdem soll eine Tiefgarage entstehen - mehr motorisierter Verkehr vermutlich auch. Die Bauvorbereitungen (Bodenaustausch), die Einrichtung der Baustelle, Abbrucharbeiten und das Ausheben der Baugrube haben im 1. Halbjahr 2001 stattgefunden. Seither stockt die Fortführung der Bauarbeiten, da der Eigentümer vor lauter Umplanungen nicht mehr weiß, was er eigentlich bauen will.
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  15. Millerntor-I-Hochhaus
    Rein kommerzielle Nutzung. Keine öffentliche Fläche, kein kostenloses Verweilen (Sitzen) möglich. Die private Hoheit im Gebäude und auf den angrenzenden Bürgersteigen wird durch "Schwarze Sheriffs" konsequent durchgesetzt. Anfags wurde, um den peinlichen Leerstand zu kaschieren, von den EigentümerInnen als Großnutzer der Internet-Provider AOL (Bertelsmann) angeworben, der - wie man hörte - seit Sommer 1999 dort mietfrei (!) residiert. Eine Tiefgarage mit 590 Stellplätzen wird von diversen InvestorInnenen mit in ihre Stellplatzplanung einbezogen (FC St. Pauli, Urban Entertainment Center (bzw. Nachfolgeprojekte), etc.)
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  16. Bebauung des Geländes der ehemaligen Aral-Tankstelle: Simon-von-Utrecht-Straße/Seilerstraße
    Ehemals "Fliegende Bauten". Bis Herbst 2001 wurde die Fläche für Zirkus- und Varietévorstellungen genutzt (keine eigenen Parkplätze vorhanden). Planungen sehen Wohnbebauung zur Seilerstraße und Büro- bzw. Hotelbebauung zur Simon-von-Utrecht-Straße vor. Das Varieté ist inzwischen mit Genehmigung des rot-schwarzen Bezirks Hamburg-Mitte in die südlichen Wallanlagen umgezogen. Ein erheblicher Anteil der öffentlichen Grünanlage wurde dem Kommerz geopfert.

  17. Gelände Astrabowling: Zirkusweg/Spielbudenplatz:
    Nachdem das Unterhaltungs-Ufo "Urban Entertainment Center" spurlos entschwebt ist, will sich der bekannte Hamburger Immobilien-Entwickler Büll & Liedtke der Flächen annehmen. "Ausnahmsweise" sollen an dieser Stelle Büros errichtet werden. Damit droht entweder weiterer Büroleerstand oder aber ein weiter Beitrag zum Strukturwandel im Süden des Stadtteils. Der in seiner Existenz bedrohte Mojo-Club konnte einen neuen Standort am Nobistor finden.
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  18. Neubauten zwischen Gerstäckerstraße und Ludwig-Erhard-Straße
    Die Unternehmensberatungsfirma KPMG baute hier seit Mitte 2000 ihre Zentrale, deren 13-geschössiger Eckturm den Blick auf den Michel verdeckt. Zur Gerstäckerstraße und zum Zeughausmarkt hin wurden auch neue Wohnungen errichtet. Das Verhältnis zwischen Wohn- und Gewerbeflächen ist im Laufe der Planungen zugunsten von KPMG von ca. 40:60 auf weniger als 20:80 zurückgegangen.

  19. Hafenkrankenhausgelände: Zirkusweg/Seewartenstraße
    Bau von SeniorInnen-Wohnungen und eines Gesundheitszentrum. Durch ein Moderationsverfahrung wurde versucht, die wichtige Bettenfrage und die Möglichkeiten der dauerhaften Finanzierung zu klären. Die weitere Existenz der Notfallambulanz ist nicht gesichert, obwohl sie in einem Stadtteil mit über 20 Mio. BesucherInnen jährlich dringendst erforderlich ist.
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  20. St. Pauli-Landungsbrücken: Aufwertung und Umbau
    Verteuerung des Angebotes, größere Attraktivität für TouristInnen, geringere Aufenthaltsqualität für "kleine Leute". Aufwertung der Elbpromenade. Auch der umstrittene Investor Klausmartin Kretschmer setzt offenbar große Hoffnungen in diesen Standort und saniert die örtlichen Kasematten daher aufwändig für Besserverdienende, wobei er zahlreiche Bäume auch auf Nachbargründstücken (!) fällen ließ. Der Ex-Senat würdigte diese Investition mit einem Event für "Online-Kapitäne" und ließ bei dieser Gelegenheit die protestierenden AnwohnerInnen von der Polizei verprügeln. Siehe auch Punkt (29).

  21. Projekt "Kleine Freiheit": Umbau des Niebuhr-Hochhauses und seiner Sockelgeschosse an der Reeperbahn, Höhe Nobistor
    Geplant waren Ketten-Gastronomie, Theater, Bau einer Tiefgarage mit 5 Etagen unter der Grünanlage Finkenstraße (spannendes "Unterwasser"-Parken in den unteren Geschossen, die weit unterhalb des Grundwasserspiegels liegen). Die BetreiberInnen rechneten mit bis zu 25.000 BesucherInnen täglich. Gegen diese Pläne regte sich heftiger Widerstand.
    Inzwischen sind die Pläne bis auf Weiteres (?) allerdings in der Schublade verschwunden.

    Der Städtebaulicher Vertrag von 2000 zwischen der FHH und dem ehemaligen Investor bleibt weiterhin gültig. Wahrscheinlich wird er selbst gar nicht mehr Bauherr sein, sondern sich seine bisherigen Investitionen durch Veräußerung des Objektes zusammen mit den bereits erteilten Genehmigungen "vergolden" lassen.
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  22. Bordell "Pascha" im Hotel Interrast
    Eigentümer der Gebäude: Willi Bartels
    Die geschäftlichen Verbindungen zum Projekt "Kleine Freiheit" wurden bereits im Jahr 2000 aufgelöst, da offenbar selbst die Bordellbetreiber die Seriosität des Investors anzweifeln.
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  23. Großkino am Nobistor
    Auf den ehemaligen Flächen des Möbelhauses Brandes plante der bekannte Investor Claus Becker ein Kinocenter mit Multiplex-Kino, Gaststätten- und Restaurant-Betrieben. Das hochspekulative Projekt kam nicht zustande, da das gesamte Immobilien-Eigentum CB's im Jahr 2001 unter Zwangsverwaltung gestellt wurde.
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  24. Saga-Neubauten: Ecke Simon-von-Utrecht-Straße/Talstraße
    Wohnungsneubau "SAGA-RIEGEL": die SAGA forciert den Abriss der historischen Terrassenhäuser und schikaniert die BewohnerInnen durch Eingittern des Geländes und Nichtvermietung leerstehender Wohnungen! Der Zugang zu den Terrassenhäusern in der Talstraße war zeitweilig nur von der gefährlichen, schnell und stark befahrenen Simon-von-Utrecht-Straße möglich. Selbst PaketzustellerInnen und die Polizei hatten häufig Schwierigkeiten, die Häuser zu erreichen. Die Zugänge zur Paul-Roosen-Straße über den alten Weg am Grenzgang entlang wurden durch einen Zaun gesperrt. Die BewohnerInnen wollen bleiben und wehren sich. Das Bauamt Hamburg-Mitte unterstützte die Saga in ihrem Bestreben, die historischen Terrassenhäuser abzureißen. Damit werden einige der letzten historischen Häuser St. Paulis aus der Zeit um 1870 dem Erdboden gleichgemacht. Weitere Infos gibt es hier.
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  25. Abbruch des Betriebsgebäudes des ehemaligen Kraftwerks Karoline: Karolinenstraße
    Umnutzung für Messe-Stellplätze (Parkhaus). Voraussichtlich wird das Gebiet bis zur Lagerstraße zur Messe-Erweiterung genutzt, d.h. es sollen dort neue Messehallen gebaut werden. Die HEW hat diese Flächen am 31.12.2001 an die Liegenschaft der FHH zurück gegeben. Der Preis des Geländes betrug mehr als 10 Mio. €. Die alten Kraftwerksgebäude wurden inzwischen vollständig abgebrochen. Auch das denkmalgeschützte ehemalige HEW-Verwaltungsgebäude an der Karolinenstraße ist vom Abbruch bedroht.

  26. Großdiskothek mit 800-1000 Plätzen im Bunker auf dem Heiligengeistfeld
    Die Stellplatzanlage mit 110 Plätzen dürfte bei gleichzeitiger Nutzung durch die "normalen" MieterInnen (FotografInnen, Agenturen) nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. Wie insbesondere die AnwohnerInnen der Feldstraße aus leidvoller Erfahrung bestätigen können, neigen viele der "prominenten" und weniger prominenten Gäste beim nachmitternächtlichen Autofahren zur "Bleifußkultur". Auch dieses rücksichtslose Verhalten beweist wieder einmal, daß solche Einrichtungen in einem Wohngebiet nichts zu suchen haben.
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  27. Bavaria Brauerei
    Wurde Anfang 1998 von der FHH für knapp 100 Mio. DM erworben. Im Herbst wurden die Anlagen und das Grundstück für 115,7 Mio. DM an den Holsten-Konzern weiter verkauft. Holsten garantierte die Beschäftigung von 220 MitarbeiterInnen bis 31.12.2002 und hat diese Garantie im Jahr 2000 verlängert. Die meisten MitarbeiterInnen werden aber bald nicht mehr auf St. Pauli arbeiten, denn im Frühjahr 2001 wurde die Brauerei an eine InvestorInnen-Gruppe um den Kiez-Magnaten Willi Bartels verkauft.

    Die künftige Nutzung der Flächen wird mit der über 100-jährigen
    Brautradition der früheren "Actien-Brauerei" kaum noch etwas zu tun haben. Übrig bleiben soll nur noch eine "Spaß-Brauerei" mit Vorführcharakter, aber ohne Abfüllung. Die übrigen Flächen sollen für die Errichtung neuer Büro- und Wohngebäude mit einer Gesamtfläche von über 100.000 m² (Bruttogeschossfläche) genutzt werden. Der Wohnanteil wird voraussichtlich nur bei 30 % liegen, d.h. über 70.000 m² sollen für Büros und Gewerbe genutzt werden. Interessierte können auch hier Wetten über die Dauer des Leerstands abschließen! (siehe Millertor-I-Hochhaus).

    Die jetzigen BewohnerInnen in den umliegenden Wohnstraßen werden sich sicher auch über die Schaffung eines neuen Automagneten freuen: eine mehrgeschossige Tiefgarage mit 1.200 Stellplätzen
    soll den zusätzlichen Autoverkehr schlucken, falls die AutofahrerInnen bereit sind, die Gebühren zu bezahlen. Allerdings kann niemand garantieren, dass sich der Parkplatzsuchverkehr in den Wohnstraßen vermindert.
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  28. Heiligengeistfeld
    Der Dom findet dreimal im Jahr für jeweils einen Monat (5 Wochenenden) statt und hat mehrere Millionen Gäste (der Frühjahrsdom 1998 hatte 2,75 Mio. BesucherInnen). Seit neuestem gibt es Versuche, im Sinne der Verkehrsvermeidung tätig zu werden. Das Heiligengeistfeld ist in die Verwaltung der Wirtschaftsbehörde übertragen worden, die das Gelände zwischen den Domzeiten intensiver nutzen will. Es sind noch keine genaueren Pläne bekannt, die Wirtschaftsbehörde will aber einen Beirat mit Betroffenen einrichten, was Schlimmstes befürchten läßt (mehr Lärm, Abgase, Müll...) und die Forderung nach einem Gesamtverkehrskonzept für St. Pauli um so nötiger macht (s. auch Punkt 30).
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  29. Parkpalette Landungsbrücken
    Die Pläne für den Umbau im Rahmen der Expo 2000 (Wattenmeer-Informationszentrum) und das damit in Zusammenhang stehende IMAX-3D-Kino sind gescheitert. Dieser attraktive Standort wird sicher auch in Zukunft Begehrlichkeiten von InvestroInnen auslösen, so daß die Gefahr für das Stadtbild längst nicht gebannt ist.

    Die Broschüre der Stadtentwicklungsbehörde unter dem Titel "Perlenkette Hamburgs Hafenrand - Die Revitalisierung des nördlichen Elbufers" (November 2000) nennt für diesen Standort ein Tourismuscenter und eine sogenannte "Wissensmeile" als künftige "städtebauliche Perlen" (!?) an den Landungsbrücken. Zu den Bestandteilen dieser Pläne gehören Gastronomie, Läden, ein Großaquarium sowie ein Foodcourt [deutsch lt. Pons: food = Essen, Futter, Nahrung; court = Gericht, Gerichtshof, Hof, Platz, siehe auch "food chain" = Nahrungsmittelkette].

  30. Feldeck Ecke Feldstraße/Glacischaussee
    War schon einmal als Standort für ein Großparkhaus vorgesehen. Im Rahmen der Messeerweiterung/-verlagerung kommt Parken erneut ins Spiel: es soll eine Tiefgarage mit 1.500 Stellplätzen unter das Heiligengeistfeld gebaut werden, was zur Vertreibung/Existenzvernichtung vieler Schausteller sowohl in der Bauzeit der Tiefgarage als auch nach ihrer Fertigstellung führen würde (zu geringe Deckenbelastung für schwere Fahrgeschäfte).

    Die Baukosten für diesen Autokeller unter dem Heiligengeistfeld belaufen sich vroaussichtlich auf bis zu 30 Mio. €. Da nach seiner Fertigstellung die jetzt vorhandenen ca. 800 Stellplätze an der Glacischaussee und auf dem Feldeck entfallen sollen, ergibt sich daraus ein Preis von € 42.000,00 für jeden zusätzlich entstehenden neuen Stellplatz (1500 abzüglich 800 vorhandene = 700 neue Stellplätze). Zum Vergleich: Die Steg hat zwischen 1989 und 1999 für die Sanierung von ungefähr 1.000 Wohnungen ebenfalls einen Betrag von 30 Mio. € aufgewendet - allderdings NICHT, um Blechkisten einzukellern.
    Foto vom Feldeck

 

Letzte Aktualisierung: 10. Februar 2002

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