Hamburgs neue Messe

Zehn Bauträger wollen das Mega-Orojekt realisieren:
7 neue Hallen, Parkhaus, Brücke

Der letzte Bewerber gab noch nachts seine Unterlagen ab - Punkt 24 Uhr lief Mittwoch die Bewerbungsfrist für das gigantische 200-Millionen-Euro-Projekt der Messe-Erweiterung ab. Es geht um den Neubau von sieben Hallen, einer Brücke, eines Tunnels und eines Parkhauses.

Zehn ausgewählte Bauträger - alle aus Hamburg und dem Rest der Republik - durften ihre Konzepte einreichen. Diese Vorgaben mussten sie erfüllen:

  • Neubau von 3 Hallen auf dem alten Messegelände. Problem: Sie müssen perfekt klimatisiert und extrem flexibel aufgeteilt sein. Bis auf die Hallen 9-12 an der St. Petersburger Straße werden die aus den 60er und 70er Jahren stammenden alten Hallen vorher von der Messe abgerissen. Die Hallen 9-12 müssen saniert werden.

  • Erweiterung der Tiefgarage am alten Messestandort um 500 Plätze.

  • Bau einer Brücke und eines Tunnels an der St. Petersburger Straße/Ecke Karolinenstraße zur Verbindung des alten mit dem neuen Gelände an der Lagerstraße.

  • Bau eines Parkhauses (800-1000 Plätze) auf dem ehemaligen HEW-Gelände an der Karolinenstraße.

  • Neubau von jeweils zwei Hallen mit je 10.000 Quadratmetern links und rechts der Lagerstraße. Die Einmündung der Lager- in die Karolinenstraße wird etwa 150 Meter Richtung Heiligengeistfeld verlegt.

Alle Unterlagen der Bewerber werden jetzt von unabhängigen Gutachtern geprüft. Mit den drei besten Anbietern wird weiter verhandelt und das Ergebnis dem Senat vorgelegt. Nach der Entscheidung für einen Bauträger beginnt am 30. Juni 2002 ein Architektur-Wettbewerb. Es folgt das Genehmigungsverfahren.

Mitte 2003 soll Baubeginn und 2008 Fertigstellung sein.

Knifflig für die Bauleute ist, dass der Messebetrieb weitergehen muss. Erst werden die neuen Hallen an der Lagerstraße errichtet, dann wird umgezogen und anschließend wird auf dem alten Messegelände weitergebaut.

Horst Diercks, Beauftragter der Messe für das Projekt: "Wir sind optimistisch. Es ist eine gute Lösung gefunden worden, die auch die Bedürfnisse des Quartiers und des Fleischgroßmarkts berücksichtigt."

Thomas Hirschbiegel


Hamburger Morgenpost 31.01.2002