Doku:


 
 
Mietiative Talstraße
Talstraße 67
20359 Hamburg
An den
Eingabenausschuss der
Hamburgischen Bürgerschaft
Poststraße 11
20354   H a m b u r g                                                 Hamburg, im September 2000
 
 
 

Anliegen:  die Beteiligung der betroffenen Bürger zu Ende führen,
   bevor eine abschließende Entscheidung gefunden wird

Ort:   Bezirk Hamburg-Mitte

Anlass:  Abbruch-Antrag Terrassenhäuser Talstraße 67, 20359 Hamburg;
  Entscheidungsfindung; bezirklich beauftragtes Gutachten

konkret: dringende Empfehlung an die bezirklichen Gremien
   (aktuell: Bauausschuss, tagt am 4. Oktober):

  die Entscheidung über den Abbruchantrag bitte erst dann auf die Tagesordnung
   setzen, wenn eine Beteiligung der Betroffenen (zugesagt auf einer Mieter-
   versammlung am 17.04.2000) stattgefunden hat und deren Ergebnisse
   gegebenenfalls in das Gutachten einbezogen sind,

   d.h. die möglichen Hinweise / Anregungen der Menschen, die hier leben,
   auf ihre Bedeutung beziehungsweise Umsetzbarkeit geprüft sind.
 



Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder des Eingabenausschusses,

  bitte tun Sie alles Ihnen Mögliche dafür, dass die Entscheidung über den Abriss-Antrag unserer Wohnhäuser auf eine Weise gefunden wird, bei der wir betroffene Bewohner uns angemessen beteiligen können und die für uns im Ansatz nachvollziehbar wird.

Mit freundlichen Grüßen

(Bewohner der Terrassenhäuser Talstraße)




 
 



Im Zusammenhang:

Vorgeschichte

Über das Abbruch-Vorhaben wurden wir Bewohner der Terrassenhäuser Talstraße im Frühjahr 1999 in Kenntnis gesetzt. („... Informationen zur Abrißplanung ... unsere Planungen bezüglich Ihres Mietobjektes Talstraße 67 sind abgeschlossen. ...", Schreiben der SAGA v. 26.03.1999)

Bereits seit Ende 1998 sind einzelne Wohnungen nicht neu vermietet worden, d. h. sie stehen seitdem leer. Bewerber wurden abgewiesen.
Die Mehrzahl der Bewohner hat dem Vorhaben der SAGA klar widersprochen. (s. beigefügte Kopie des Offenen Briefes an den Bezirk Hamburg-Mitte vom Mai 1999)

Im Stadtteil ist das Interesse an den Terrassenhäusern Talstraße groß. Die Auseinandersetzung um die Erhaltung hat weit über St. Pauli hinaus Resonanz gefunden.
 
 

Öffentliche Entscheidungsfindung

Im Bezirk Hamburg-Mitte ist man die anstehende Entscheidung über den  Abbruch-Antrag der SAGA erfreulicherweise gründlich angegangen. Im Herbst 1999 beschloss die Bezirksversammlung, ein neues Gutachten erstellen zu lassen, um die Kosten für eine Sanierung der Terrassenhäuser zu ermitteln. Die Untersuchung fand im April 2000 statt.

Zu diesem Zeitpunkt wurde auch eine einleitende Informationsveranstaltung durchgeführt. Hier erläuterten der zuständige Mitarbeiter aus der Stadtplanungsabteilung des Bezirksamtes sowie der beauftragte Architekt die Durchführung der Begutachtung.
Ein offenes Gespräch, eine erfreuliche Entwicklung: als Betroffener endlich ins Gespräch kommen und beginnen können, Zutrauen zu wagen, dass die Entscheidungen nun auf klare, offene und sachlich fundierte Art gefunden werden!

Die am 17.04.2000 in Aussicht gestellte Mieterversammlung vor Weitergabe des Gutachtens an die bezirklichen Entscheidungsträger enthielt die Bereitschaft zu einem Dialog: So können die Erfahrungen, Sichtweisen und Ideen der Menschen vor Ort mit einfließen.
 
 

Aufgeschoben  -  aufgehoben?

Der Termin für diese Mieterversammlung war bereits angesetzt und mitgeteilt (s. beigefügte Kopie des Schreibens vom 14.07.2000). Aufgrund einer notwendigen Nachbearbeitung des Gutachtens gab es allerdings Verzögerungen, und der Termin fiel (vorläufig) aus. (s. Kopie d. Schreibens vom 19.07.2000) Die angekündigte Nachholung steht noch aus.

Nun ist der Entscheidungsprozess im Bezirk Hamburg-Mitte offenbar schon weit voran-geschritten. Anscheinend hat der Stadtplanungsausschuss der Bezirksversammlung bereits entschieden  -  und zwar unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Eine Anfrage an die Bezirksversammlung am 19.09.2000 ergab, dass die endgültige Entscheidung im Bauausschuss fallen soll.
Es entstand der Eindruck, die Entscheidung sei im Grunde bereits gefallen.

Für einen Menschen, der hier vor Ort im Stadtteil lebt, ist das zunächst unerklärlich. Es ergibt sich die Frage, ob man zu diesem Zeitpunkt lieber ohne die Erfahrungen und Ideen der mit den Terrassenhäusern langjährig Vertrauten auskommen möchte  -  oder ob man im „Trubel" des Alltagsgeschäftes schlichtweg  vergessen hat, die Mieterversammlung rechtzeitig wieder einzuberufen.
 
 
 

Zukunfts-Potenzial ...

Wesentlich an der Beteiligung ist, dass sie recht-zeitig vor den Entscheidungen stattfindet.
So kann man später beruhigt auf den Prozess der Entscheidungsfindung zurückblicken und sagen: Auch die Bewohner der Häuser haben eine gute Chance gehabt, sich konstruktiv zu beteiligen.

Wer kann denn wissen, ob sich nicht im Gespräch der eine oder andere für die Entscheidungs-findung wesentliche Aspekt neu herausstellt?

Wer trüge die Kosten für eine eventuelle als unfair erlebte Niederlage in der Auseinandersetzung um die Form des Grundbedürfnisses Wohnen (möglicherweise verbunden mit Politik-Verdrossen-heit und langfristiger Unzufriedenheit bis hin zur Resignation)?



 
 
 
 

Die Entscheidung wird dann am anerkanntesten und dauerhaftesten dastehen,
wenn allen Beteiligten klar wird:

es hat eine faire Chance gegeben!

 

Es darf keine Verlierer geben  -  nur Gewinner   (- und sei es an Erfahrung).

 


 

(Anlagen liegen dem Eingabenausschuss vor)


Zurück zum Karo4tel           |     <=  Terrassenhäuser Talstraße 67     |     Terrassenhäuser für Hamburg!       |      Kontakt